Name: Jonas, 2020-10

 

Neurophysiologische Grundlagen

 

Um Sprache und den Spracherwerb verstehen zu können, muss man wissen, dass Sprache an sich eine Symbolsprache ist und dass das Gehirn aus mehreren Bereichen, aus sogenannten Arealen besteht. Sowohl für die Sprache als auch für den Spracherwerb ist oftmals eine Zusammenarbeit verschiedener Areale notwendig.

Das Gehirn besteht aus ca. 100 Milliarden Nervenzellen. Verbindungen zwischen den Nervenzellen sind für die Funktion des Gehirns besonders wichtig. Durch diese Verbindungen bzw. Verschaltungen kann ein Kind Dinge wie Sprache lernen und sich somit weiterentwickeln.
In der Entwicklung eines Kindes verstärken sich die Verschaltungen und es entwickeln sich neue.

 

Spracherwerb

Sieht ein Kind zum Beispiel ein vierbeiniges mit Fell bedecktes bellendes Wesen durch die Wohnung laufen und die Mutter sagt gleichzeitig noch „Hund“ oder den Namen des Hundes, dann ist bei dem Kind der Bereich der optischen und der Bereich der akustischen Wahrnehmung im Gehirn aktiv. Tritt diese Situation öfter auf, dann verstärken sich die Verschaltungen dieser Bereiche.
Nach einer gewissen Häufigkeit dieses Ereignisses weiß das Kind, dass das vierbeinige mit Fell bedeckte und bellende Wesen ein „Hund“ ist und das Kind kennt auch seinen Namen. Hier reicht dann ein Reiz, z.B. das Wort „Hund“ oder sein Name, aus, um die benötigten miteinander verbundenen Bereiche im Gehirn zu aktiveren. Gleichzeitig werden Gefühle, die an den Synapsen ausgelöst werden, mit der Situation verbunden. Das Kind freut sich vielleicht den Hund zu sehen oder es hat Angst, weil der Hund vielleicht einmal zugebissen hatte. Die Gefühle beruhen ebenfalls auf Verschaltungen zwischen den Bereichen, beispielsweise dem Bereich für Hund und dem für Angst.

Diese Prozesse der entstehenden oder sich veränderten neuronalen Verschaltungen erfolgen ein Leben lang. Dies beschreibt nicht nur den Spracherwerb, sondern auch das allgemeine Lernen. Das menschliche Gehirn ist bis zum Lebensende durch Erfahrungen und Lernen veränderbar. Die Lerngeschwindigkeit sinkt jedoch mit der Höhe des Alters.


Phasen der Sprachentwicklung

Einwortphase:
Das Kind nutzt einzelne Wortlaute für einen komplexen Zusammenhang, z.B. „Ba“ (Ich will Ball spielen, oder wo ist der Ball?)


Zweiwortphase:
Das Kind nutzt mehrere Wortlaute, die meistens Substantiv und Verb im Infinitiv darstellen sollen, z.B. „Ba ham“ (Ich will den Ball haben)


Mehrwortphase:
Das Kind nutzt drei oder mehr Wörter, die meistens Substantiv, Verb und Adjektiv im Infinitiv darstellen sollen, z.B. „Mama, tomm nell“ (Mama, komm schnell). Das Kind fängt an, einen eigenen grammatischen Bauplan mit Variationen von Aussagen, Fragen und Ausrufen zu ent-wickeln.


Mehrwortsätze:
Das Kind fängt an, differenzierte Sätze mit Nebensatzkonstruktionen zu bilden. Es hat eine verbesserte Aussprache und beherrscht schwierigere Laute wie „sch“ oder „kn“. Der Wortschatz des Kindes nimmt stark zu.

 

 

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