Namen:
Lukas Hohmann, 2013
Finn McGilvray, 2017-01
Julian Herbert, 2026

 

Altruismus (uneigennütziges Verhalten)

Altruismus bezeichnet das uneigennützige Verhalten eines Lebewesens (Donor) zum Wohle eines Anderen (Rezipient), um dessen Fitness auf Kosten der eigenen zu erhöhen.
Altruismus wird in den reziproken Altruismus, den nepotistischen Altruismus und das eusoziale Verhalten aufgeteilt.
 


Reziproker Altruismus

Ein nichtverwandter Donor nimmt kurzzeitig einen Nachteil in Kauf, um danach später einen Fitnessvorteil daraus zu ziehen. Die Lebewesen müssen sich jedoch "kennen" und vertrauen.
Ein Beispiel hierfür sind Vampirfeldermäuse, welche nach einer erfolglosen Jagd von ihren Nachbarfledermäusen gefüttert werden. So versorgen die „Donor“ (Spender) die „Rezipienten“ (Empfänger). Während dadurch für den Donor ein geringer individueller Nachteil entsteht, bedeutet es für die Rezipienten die Rettung vor dem Tod.
Genauso werden jedoch auch Rezipienten, welche selber nicht auch als Donor agieren, von der Gruppe ausgeschlossen.

 


Nepotistischer Altruismus

Je höher der Verwandtschaftsgrad, desto eher wird dem Artgenossen geholfen. Dabei ist es das Ziel, möglichst viele eigene Gene weiterzugeben. Dies geschieht indirekt bei der Erhöhnung der Fitness eines nahen Verwandten, da dieser dann viele eigene Gene weitergibt. Dadurch gelangen dann bis zu 50% eigene Gene in die nächste Generation.


=> Gesamtfitness = direkte Fitness + indirekte Fitness

 

Mathematisch lässt sich das ganze durch die sogenannte „Hamilton-Regel“ erklären. Diese lautet: 

r * b – c > 0   bzw.    r * b > c

r = Verwandtschaftskoeffizient
b = Nutzen für den Empfänger
c = Kosten für den Helfer

Die Regel verdeutlicht, dass wenn die Kosten für den Helfer geringer sind als der mit dem Verwandtschaftsgrad verrechneten Nutzen, den der Empfänger daraus zieht, sich eben dieses Gen, welches für Altruismus codiert ist, durchsetzen kann.

 


Eusoziales Verhalten

Dieses Verhalten findet fast ausschließlich bei staatenbildenenen Lebewesen statt. Hier ist nur ein kleiner Teil der Lebewesen fortpflanzungsfähig, weshalb sie nur als Helfer der Fortpflanzungsfähigen agieren.
Ein gutes Beispiel sind Bienenvölker, wo jede Arbeiterin zu 50% dasselbe Erbgut hat wie ihre Königin. Zusätzlich wird die Königin nur einmal besamt, weshalb die Arbeiterinnen untereinander sogar 75% gleiches Erbgut haben. Aus diesem Grund hat der Verlust einer Arbeiterin fast keinen Einfluss auf den gesamten Genpool des Bienenvolkes. "

 

 

Green-Beard-Effekt

Damit sich Altruisten untereinander erkennen, existiert ein bestimmtes phänotypisches Merkmal, welches „green beard“ genannt wird, woher auch die Bezeichnung „Green-beard-Effekt“ für das allgemeine Verhalten stammt. 
Dieses Erkennungsmerkmal ist dabei auf einem bestimmten Gen codiert, welches das altruistische Verhalten steuert, und äußert sich, je nach Art, unterschiedlich.

Ein Beispiel für die Äußerung dessen sind die „Roten Feuerameisen“ (Solenopsis invicta). Bei ihnen haben nur bestimmte Königinnen das Merkmal, dass sie keinen Geruchsstoff bilden, während alle anderen Königinnen, welche einen bilden, von den Ameisen getötet werden.

 


Evolutionär stabile Strategie (ESS)

Die Gesamtheit all dieser Strategien bildet eine evolutionär stabile Strategie, welche als „ESS“ abgekürzt wird. Man bezeichnet dies so, wenn innerhalb einer Population eine Strategie soweit vertreten ist, dass sie nicht mehr durch eine neue, durch Mutation entstandene Strategie verdrängt werden kann.